Was du unbedingt über deinen Magen-Darm-Trakt wissen solltest!

In diesem Artikel gehe ich auf die Wichtigkeit unseres Magen-Darm-Trakts, seinen Aufbau sowie seine vielen wichtigen Aufgaben ein. Aufgrund dieser Vielseitigkeit und der Tatsache, dass uns dieser oftmals etwas vernachlässigte Schlauch tagtäglich nährt, solltest du dich gut um ihm kümmern!

Vom Mund bis zum Anus

Wir können uns unseren Magen-Darm-Trakt wie einen Schlauch vorstellen, der vom Mund bis zum Anus reicht. Ein Verdauungsschlauch quasi, der oben von den Lippen und unten vom Schließmuskel verschlossen wird.

Die Gemeinsamkeiten von Haut und Schleimhaut

Ebenso wie unsere Haut steht auch die Schleimhaut, die den Magen-Darm-Trakt auskleidet, in direktem Kontakt zu ihrer Umwelt. So wie wir also darauf achten, was wir an bzw. auf unsere Haut lassen, sollten wir uns auch gut überlegen, was wir in unseren Verdauungsschlauch geben.

Aufbau des Magen-Darm-Trakts

Der Magen-Darm-Trakt beginnt in der Mundhöhle und geht von dort aus über in den Rachen. Hieran schließen sich die Speiseröhre und der Magen an, wobei letzterer in verschiedene Abschnitte unterteilt ist. Der Magenausgang geht dann über in den langen, langen, auch wieder in verschiedene Abschnitte unterteilten Dünndarm und an diesen schließt sich zu guter Letzt der Dickdarm an, bestehend aus Blinddarm mit Wurmfortsatz, aufsteigendem-, querverlaufendem-, absteigendem- und S-förmigem Dickdarm sowie dem Rektum.

Wie man sieht besteht dieses ausgesprochen wichtige Organsystem aus vielen verschiedenen Abschnitten, die jeder für sich für wichtige Aufgaben verantwortlich sind. Auf die drei Hauptabschnitte Magen, Dünn- und Dickdarm werde ich in folgenden Artikeln auch noch genauer eingehen.

Verschiedene Milieus

Unser Magen-Darm-Trakt ist nicht nur ein sehr vielseitiges Organsystem, er ist auch unglaublich ausgeklügelt. So herrschen in den verschiedenen Abschnitten verschiedene pH-Werte:

  • im Mund beginnt es basisch
  • der Magen schließt sich sauer an
  • der Dünndarm bevorzugt es wieder basisch
  • im Dickdarm herrscht ein schwach basisches Milieu
  • das Rektum am unteren Ende ist neutral

Es ist immens wichtig, dass diese Abgrenzungen auch genauso aufrechterhalten werden.

Säuren und Basen im guten Verhältnis

Für eine vernünftige Funktion und folglich gute Verdauung ist es daher von großer Wichtigkeit, dass wir auch bei der Auswahl unserer Lebensmittel eine ausgewogene Wahl treffen und uns nicht ausschließlich mit säurebildender Nahrung füttern, wie es heutzutage leider oftmals gemacht wird. Mit Obst und Gemüse liegt man eigentlich immer richtig, wenn man etwas für seinen Basenhaushalt tun möchte.

Die 10 wichtigsten Aufgaben des Magen-Darm-Trakts

  • Verdauung

Wie der Name schon sagt ist unser Verdauungsschlauch vor allem für die Verdauung unserer Nahrung verantwortlich. Insbesondere die Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße gilt es zu bearbeiten, da sie erst in kleinste Teilchen zerlegt werden müssen bevor wir sie später aufnehmen können und sie uns Energie liefern. Die Nahrungsaufnahme und Zerkleinerung beginnt im Mund, wobei ausgiebiges Kauen für eine gute Verdauung unerlässlich ist. Durch Enzyme im Speichel wird hier bereits die Kohlenhydrat- sowie die Fettspaltung eingeleitet. Außerdem werden unsere Zähne durch den beim Kauen gebildeten Speichel mineralisiert. Achtet einmal darauf wie gut ihr eure Nahrung für die weitere Verdauung vorbereitet und übt euch im bedachten Kauen. Die Eiweiße werden erst im Magen durch die Salzsäure denaturiert also ausgefällt und dadurch für eiweißspaltende Enzyme angreifbar gemacht.

  • Abwehr

Die Salzsäure im Magen ist nicht nur für unsere Verdauung wichtig, sie wirkt auch bakterizid und tötet auf diese Weise einen großen Teil der mit der Nahrung aufgenommenen Bakterien ab, die nicht in unseren Verdauungsschlauch gehören.

  • Aufnahme von Vitamin B12

Von den gleichen Zellen, die im Magen die Salzsäure bilden wird auch der sogenannte Intrinsic factor produziert. Dieser ermöglicht im unteren Dünndarm die Aufnahme des wichtigen Vitamin B12, das auch Extrinsic factor genannt wird.

  • Aufnahme von Nährstoffen

In den Zwölffingerdarm, den ersten Abschnitt des ca. 5 Meter langen Dünndarms, strömen weitere Verdauungsenzyme aus der Bauchspeicheldrüse ein, damit auch wirklich alle wichtigen Nahrungsbestandteile aufgeschlüsselt und für die Aufnahme in die Blutbahn vorbereitet werden. Durch sogenannte Falten, Zotten und MIkrovilli vergrößert der Dünndarm seine Oberfläche auf ein Vielfaches und erreicht ca. 200 Quadratmeter. Damit ist er etwa so groß wie ein Tennisplatz. Diese enorme Fläche lässt unseren Dünndarm so ausgesprochen effektiv bei seinen Aufgaben Aufspaltung und Aufnahme sein.

  • Schutz vor Infektionen

Zwischen Dünn- und Dickdarm befinden sich die Ileozökalklappe sowie der Blinddarm. Die Klappe verhindert, dass Darminhalt aus dem bakteriell stark besiedelten Dickdarm in den bakterienarmen Dünndarm gelangt. Der Blinddarm wiederum ist mit reichlich Lymphgewebe ausgestattet, weshalb er einen wichtigen Beitrag für das Immunsystem leistet.

  • Wasserrückgewinnung und Stuhleindickung

Im Dickdarm wird der Rest des Nahrungsbreis durch Wasserentzug eingedickt, damit unser Körper zum einen nicht zu viel Wasser verliert und zum anderen alles nicht mehr gebrauchte in komprimierter Form wieder abgeben werden kann.

  • Immunabwehr

In diesem letzten großen Abschnitt unseres Magen-Darm-Trakts leben mehr als eine Milliarde Bakterien, die zusammen ca. 1,5 kg wiegen. Diese vielen verschiedenen Arten an Kleinstlebewesen unterstützen unser Immunsystem ebenfalls ganz wesentlich. Abhängig von der Ernährungsform kann sich die Darmflora von Mensch zu Mensch unterscheiden, je nachdem ob sich jemand z.B. eher fleischreich oder rein pflanzlich ernährt.

  • Vitamin K Herstellung

Vitamin K1 bzw. Phyllochinon ist vor allem in Grünpflanzen enthalten. Vitamin K2 bzw. Menachinon wird dagegen vorwiegend von Bakterien wie E. coli, die in unserem Darm leben, produziert. Nahrungsmittel, die viel Vitamin K enthalten sind grüne Gemüse wie grüne Kohlsorten (z.B. Rosenkohl oder Grünkohl), grüne Salate oder Schnittlauch.

  • Nervensystem

In unserem Verdauungsschlauch befindet sich außerdem ein ausgeklügeltes Nervengeflecht, das Enterische Nervensystem, kurz ENS. Dieses besitzt mehr Nervenzellen als das Rückenmark und ist mitunter autonom in der Lage unsere Verdauung zu steuern. Die Hauptkomponenten sind der sogenannte Auerbach- und Meissner Plexus, zwei Nervengeflechte, die sich in unserer Darmwand befinden. Es lohnt sich also, hin und wieder auf sein Bauchgefühl zu hören, da auch unser Bauchhirn vernetzungstechnisch einiges zu bieten hat.

  • Ausscheidung

Im Rektum, dem letzten Abschnitt unseres Magen-Darm-Trakts, wird also der zur Ausscheidung vorbereitete Stuhl gesammelt und verbleibt dort, bis er beim nächsten Toilettengang den Körper verlassen darf. Da hierbei mitunter auch Schadstoffe den Körper verlassen ist eine regelmäßige Entleerung von mindestens einmal pro Tag unbedingt anzustreben.

Wunderwerk Magen-Darm-Trakt

Es ist mir eine Herzensangelegenheit meinen Mitmenschen die Wichtigkeit dieses ausgeklügelten und lebenswichtigen Organsystems näherzubringen und sie zugleich für einen guten und respektvollen Umgang mit ihrem Verdauungsorgan zu sensibilisieren. Das heißt für mich, dass wir auf Qualität und Vielseitigkeit bei der Wahl unserer Nahrung unbedingt achten sollten und Ungesundes bestmöglichst meiden!

Qualitativ hochwertige Lebensmittel

Es sind die täglichen Speisen und Getränke, die unmittelbar mit unserem Verdauungsschlauch interagieren und dessen wohlüberlegte Auswahl leistet einen wichtigen Beitrag zu einer guten Gesundheit. Betrachtet man die vielen verschiedenen Krankheiten, die heutzutage alleine dem Magen-Darm-Trakt zustoßen können, erscheint eine gewisse Umsicht mit uns selbst, unseren Lebensmitteln und unserer Umwelt umso wichtiger!

Eure Lebensmittel sollen eure Heilmittel und eure Heilmittel sollen eure Lebensmittel sein!

-> sagte Hippokrates schon um die 400 Jahre vor Christus!

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